Phytotherapie

Eine der ältesten Therapien überhaupt ist die Pflanzenheilkunde, also die Heilung, Linderung und Vorbeugung von Krankheiten mit Hilfe von Pflanzen, deren Zubereitungen oder Bestandteilen. Das alte Wissen wurde früher von Generation zu Generation weitergegeben und basierte damals ausschließlich auf den Erfahrungen der Menschen. Inzwischen sind zahlreiche Inhaltsstoffe ausgiebig erforscht und viele der heute verwendeten Arzneimittel leiten sich von diesen Substanzen ab.

Phytotherapeutika werden in Form von Teemischungen, Frischpflanzensäften, (Ur-)Tinkturen, Umschlägen, Tabletten, Zäpfchen, Cremes, Salben, u.v.m. angewendet.

Mit Rücksicht auf eventuelle Unverträglichkeiten oder Abneigungen stelle ich eine auf Ihr Beschwerdebild abgestimmte Tee-Rezeptur zusammen. Besonders bei akuten Erkrankungen kann ein Tee schnell Linderung verschaffen und wenn Sie ihn regelmäßig, bewusst und langsam trinken, kann dieses Ritual neben der Aktivierung Ihrer Selbstheilungskräfte auch ein kleiner, bewusster Ruheanker in unserer oft stressigen und schnelllebigen Zeit sein.

Daneben kommen auch oft Tinkturen oder Urtinkturen (also wässrig-alkoholische Auszüge getrockneter oder frischer Pflanzen) zur Anwendung. Sie wirken sehr gut bei akuten und chronischen Erkrankungen und auch ausgesprochen gut auf seelischer Ebene.

Blutegeltherapie

Eine sehr effektive Methode, um Schmerzen und Entzündungen zu lindern, ist der Einsatz von medizinischen Blutegeln (Hirudo medicinalis oder Hirudo verbana). Die Blutegeltherapie zählt traditionell zu den Ausleitungsverfahren und wird zunehmend auch in der evidenzbasierten Medizin eingesetzt.
Der naheliegendste Effekt des Blutegelbisses ist ein sehr sanfter, langsamer Aderlass, bei dem inklusive der Nachblutung ca. 20-40 ml Blut (pro Egel) abgegeben werden. Mit dem Blut werden auch schädliche Substanzen aus dem Gewebe ausgeleitet. Noch bedeutsamer ist jedoch das Zusammenwirken der ins Gewebe abgegebenen Inhaltsstoffe des Blutegelsekrets. Sie wirken schmerzlindernd, antientzündlich, gerinnungshemmend, blutverdünnend, antithrombotisch und entstauend. Sie regen die Durchblutung an und beschleunigen den Lymphstrom.

Die Blutegelbehandlung ist sehr erfolgreich bei:

  • Gelenkarthrosen (besonders der Kniegelenke, Schultergelenke, Hüftgelenke, Sprunggelenke und der kleinen Gelenke an Händen und Füßen, insbesondere des Daumensattelgelenks (Rhizarthrose))
  • Epicondylitis lateralis (Tennisellenbogen)
  • Rückenschmerzen (v.a. Lendenwirbelsäule / LWS-Syndrom, Ischias, Hexenschuss)
  • Krampfadern, akute oberflächliche Venenentzündung, Besenreiser-Varizen
  • Hämorrhoiden
  • Bluthochdruck
  • Migräne
  • Tinnitus

In folgenden Fällen wende ich die Blutegeltherapie nicht (oder nur in sorgfältiger Absprache mit dem behandelnden Arzt) an:

  • Hämophilie / Bluterkrankheit
  • Einnahme von blutgerinnungshemmenden Medikamenten („Blutverdünner“)
  • schwere Anämie
  • erosive Gastritis / Magengeschwür
  • akute Infektionskrankheiten
  • schwerwiegende Organerkrankungen
  • Immunsuppression
  • Wundheilungsstörungen
  • „Pergamenthaut“, z.B. durch Einnahme höher dosierter Kortisonpräparate
  • Insektenstichallergien
  • Schwangerschaft

Nach einer ausführlichen Anamnese, körperlichen Untersuchung und Abklärung von eventuellen Kontraindikationen erkläre ich Ihnen vorab in Ruhe den Ablauf der Behandlung. Hier sind die wichtigsten Informationen zusammengefasst:

  • Die Blutegel stammen aus einer deutschen Blutegelzucht, die optimale Haltungsbedingungen für die Egel gewährleistet.
  • Sie sollten ca. 1,5 bis 2,5 Stunden für die gesamte Behandlung inkl. Blutungszeit und Wundverband einplanen.
  • Das Ansetzen der Blutegel kann mehrere Minuten in Anspruch nehmen. Manchmal beißen die Egel nicht sofort, so dass die Haut z.B. mit warmen Kompressen vorbereitet werden muss.
  • Der Biss ist je nach Körperregion kaum bis mäßig schmerzhaft und wird oft mit dem Stich einer Mücke bis hin zu Brennnesseln verglichen.
  • Die gesamte Behandlung erfolgt in Ruhe und bei leicht gedämpftem Licht.
  • Der eigentliche Saugvorgang dauert zwischen 30 und 90 Minuten. In dieser Zeit saugt ein Egel ca. 10ml Blut und fällt anschließend von allein ab.
  • Die Bisswunde wird mit sterilen Kompressen abgedeckt und nur locker verbunden, damit die gewünschte Nachblutung (natürlicher Aderlass) erfolgen kann (ca. 20-40ml Blut pro Bissstelle innerhalb von 8 – 20h).
  • Am Folgetag und nach ca. 1 Woche kontrolliere ich die Wunde in der Praxis.
  • Falls zwischenzeitlich Fragen oder Probleme auftreten sollten, bin ich jederzeit für die Nachsorge erreichbar.

Heutzutage kommen Blutegelbehandlungen auch in der klinischen Medizin (z.B. Rheumatologie, Phlebologie, Plastische Chirurgie) wieder vermehrt zum Einsatz. Es existieren zahlreiche klinische Studien, die die Wirksamkeit von Blutegeltherapien bei vielen Erkrankungen belegen. Und auch das Wissen über die genaue Zusammensetzung des Blutegelspeichels ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Wirksame Inhaltsstoffe sind insbesondere:

  • Hirudin → blutgerinnungshemmend
  • Calin → Hemmung der Blutplättchenaggregation und Verhinderung des Wundverschlusses, dadurch Förderung der Wundreinigung
  • Egline → entzündungshemmend
  • Bdelline → entzündungshemmend
  • verschiedene Proteinasen und Proteinaseinhibitoren → blutgerinnungshemmend
  • weitere weitere Stoffe, die auf die Blutgerinnungskaskade wirken und den Blutstrom beim Saugvorgang verstärken
  • Hyaluronidase → antibiotisch wirksam und verbessert das Eindringen der Wirkstoffe in tiefere Gewebsschichten
  • über 150 weitere noch nicht abschließend erforschte Stoffe

 

Quellenangaben:

  • Michalsen/Roth (Hrsg.) (2012) Blutegeltherapie, 3.Aufl., Stuttgart
  • Lauche et al., systematic review and meta-analysis of medical leech therapy for osteoarthritis of the knee. Clin J Pain. 2014 PMID: 23446069.

Vitamin C- Hochdosis-Infusionen

Was ist Vitamin C und wie wirkt es?

Das auch als Ascorbinsäure bezeichnete Vitamin C ist ein – v.a. in frischem Obst und Gemüse vorkommender – essentieller Mikronährstoff. „Essentiell“ bedeutet, dass der menschliche Körper es nicht selbst herstellen kann und daher von außen zuführen muss.

Vitamin C ist eines der wichtigsten Antioxidantien: Aufgrund seiner chemischen Struktur kann es selbst leicht oxidiert werden. Dadurch schützt es wiederum andere wichtige Biomoleküle vor der Oxidation, indem es sogenannte Radikale wegfängt. Radikale sind aufgrund ihrer freien Elektronen besonders reaktionsfreudig und können sehr viele Strukturen im menschlichen Körper angreifen. Sie entstehen z.B. durch Rauchen, UV-Strahlung, Stress und bestimmte chemische Stoffe.

Darüber hinaus ist Vitamin C ein ist sehr wichtiger Cofaktor vieler enzymatischer Reaktionen. Es ist an zahlreichen Stoffwechselvorgängen beteiligt und lebensnotwendig für die Funktion des Immunsystems, der Gefäße, Nerven und Knochen. Außerdem spielt es eine sehr wichtige Rolle in der Wundheilung, da bei einem Mangel an Vitamin C auch die Kollagensynthese behindert ist. Kollagene sind wichtige Strukturproteine des Bindegewebes und kommen fast überall im Körper vor. Nicht zuletzt begünstigt Vitamin C die Eisenaufnahme im Dünndarm.

Ein Mangel an Vitamin C oder ein erhöhter Verbrauch kann z.B. vorliegen bei:

  • akuten und chronischen Infekten
  • chronischen Entzündungen (z.b. des Darms, wodurch die Aufnahme gestört ist)
  • rheumatischen Erkrankungen
  • Herpes Zoster (Gürtelrose)
  • Allergien
  • Gefäßerkrankungen und Durchblutungsstörungen
  • Wundheilungsstörungen und nach Operationen
  • psychischem Stress, Burnout, Depressionen und ausgeprägter Müdigkeit (Fatigue)
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Leistungssportlern
  • Rauchern
Obwohl in vielen Lebensmitteln Vitamin C enthalten ist, konnte gezeigt werden, dass hierzulande 1/3 der gesunden Bevölkerung nicht die empfohlene Menge (100mg/Tag, Deutsche Gesellschaft für Ernährung) mit der Nahrung aufnehmen. Dies liegt neben einseitiger Ernährung auch daran, dass der Vitamin C-Gehalt in Lebensmitteln nicht sehr stabil ist (Transportwege, Lagerung, Kochen). Außerdem ist die Aufnahme von Vitamin C über den Darm leider begrenzt. Aus diesem Grund zeigt auch oral eingenommenes Vitamin C meist keine ausreichende Wirkung und kann zum Beispiel eine drohende Erkältung meist nicht verhindern. Anders ist dies jedoch, wenn das Vitamin C über eine Infusion verabreicht wird. Dabei gelangt es direkt ins Blut und muss nicht erst von den Darmschleimhäuten aufgenommen werden. Auch Menschen mit einer verminderten Resorptionsfähigkeit des Darms profitieren so von einer Infusion mit Vitamin C.

Nach einer gründlichen Anamnese und Indikationsstellung sowie der Abklärung von eventuellen Kontraindikationen nehmen Sie bequem auf der Liege platz. Die Infusion wird vorbereitet und über eine Vene in der Armbeuge langsam innerhalb von ca. 30 – 40 Minuten verabreicht. Sie spüren dabei lediglich den kurzen Einstich der Kanüle wie bei einer normalen Blutabnahme. Im Anschluss trinken Sie möglichst noch ein Glas Wasser oder Tee.


Häufig ist die Anwendung mehrerer Infusionen ratsam, z.B. 2x / Woche für 2-6 Wochen. Dies bespreche ich mit Ihnen individuell.

Unter bestimmten Voraussetzungen ist von einer Vitamin C-Hochdosisinfusion abzuraten:

  • Eisenspeicher-Erkrankungen / Eisenüberladung
  • Überempfindlichkeit gegenüber Vitamin C
  • Nierenerkrankungen, insbesondere Oxalat‐Urolithiasis (Nierensteine)
  • Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase (G6PD)-Mangel (Favismus)
  • Schwangerschaft und Stillzeit

Fußreflexzonentherapie

Grundlage der Fußreflexzonentherapie ist die Abbildung aller inneren Organe, Gelenke, Knochen etc. auf den Fuß. Durch die gezielte Behandlung bestimmter Bereiche am Fuß kann das entsprechende Organ erreicht werden.

Nach der gründlichen Anamnese und einem kurzen Fußbad nehmen Sie bequem auf der Liege platz. Zunächst suche ich Ihre Füße systematisch mittels bestimmter Griffe nach schmerzhaften, empfindlichen oder anderweitig auffälligen Zonen ab. Diese entsprechen oft sehr genau den beeinträchtigten Organen im Körper. Aber auch die sogenannten „Hintergrundzonen“ spielen eine sehr wichtige Rolle in der Therapie. Die eigentliche Behandlung erfolgt dann ebenfalls durch gezielte Griffe und Streichungen.

Im Anschluss bleiben Sie noch 15-20 Minuten zugedeckt liegen. Diese Nachruhezeit dient dem ungestörten Nachspüren, Loslassen und Entspannen.

In der Regel setzt sich eine Behandlungsserie aus einer gründlichen Erstbefundung (Dauer ca. 45 – 60 min) sowie 6-12 Folgebehandlungen (je 20 – 30 min) zusammen. Die Gesamtdauer und der Abstand zwischen den einzelnen Behandlungen wird individuell entsprechend Ihren Beschwerden, Ihrer Reaktionslage und Regenerationskraft gewählt. Ob und wann weitere Behandlungsserien nötig sind, ist ebenfalls individuell sehr verschieden. Dies bespreche ich ausführlich mit Ihnen.

Bei der Fußreflexzonentherapie sind vegetative Reaktionen wie Schwitzen, schnellerer Puls, trockener Mund, Frösteln, etc. möglich. Außerdem kann die Behandlung manchmal kurzzeitigen (aber immer aushaltbaren) Schmerz hervorrufen. Durch beruhigende Ausgleichsgriffe werde ich Sie jedoch stets wieder sanft zurückholen und begleiten.

Insgesamt wird die Behandlung der Füße von den meisten Patienten als sehr angenehm und entspannend empfunden.

Zu beachten ist, dass die Fußreflexzonentherapie nicht geeignet ist, um schwerwiegende Erkrankungen zu behandeln, die in die Hände eines Arztes gehören. Bewährte Anwendungsgebiete sind u.a.:

  • Verdauungsbeschwerden (Schmerzen, Verstopfung, Blähungen, Hämorrhoiden,…)
  • Nacken- und Rückenschmerzen, Verspannungen, Bewegungseinschränkungen
  • Menstruationsbeschwerden/Zyklusstörungen (wie Amenorrhoe, Dysmenorrhoe)
  • chronischer Schnupfen, Nasennebenhöhlenentzündung, Abwehrschwäche/ Erkältungsneigung
  • Kopfschmerzen
  • Lymphstau / Lymphödem
  • Durchblutungsstörungen
  • Stress und seelische Belastung (Angst, Panikattacken, Depression, Burn-out, Phobien, innere Unruhe, Schlafstörungen, etc.)
In bestimmten Fällen darf keine Behandlung erfolgen, z.B. bei Entzündungen der Blut- oder Lymphgefäße, akuten rheumatischen Schüben, akuten Infektionen, Fieber, offenen Wunden am Fuß und in der Frühschwangerschaft.

Aromatherapie

Die Aromatherapie ist ein wichtiges Teilgebiet der Pflanzenheilkunde, in der ätherische Öle – also aus Pflanzen gewonnene Duftstoffe – zum Einsatz kommen. Diese können über unterschiedliche Wege auf Körper und Psyche wirken:

  • Durch Inhalation (entweder direkt oder indirekt über Aromalampen, Vernebler oder Duftsteine) gelangen die flüchtigen Substanzen über die Nase zur Riechschleimhaut und in Form von Nervenimpulsen letztendlich ins Gehirn. Insbesondere wirken sie auf das limbische System, das für die Verarbeitung von Emotionen zuständig ist.
  • Eine weitere Einsatzmöglichkeit ist die äußerliche Anwendung, z.B. mittels Massagen, Einreibungen oder Kompressen. Dabei ist stets auf die richtige Verdünnung zu achten. Erstaunlich ist, dass ätherische Öle bereits wenige Minuten nach Hautkontakt im Blut nachgewiesen werden können.
  • Schließlich können bestimmte  ätherische Öle (nicht alle!) auch innerlich angewendet werden.

Das Anwendungsgebiet der Aromatherapie ist ausgesprochen vielseitig. Fachgerecht eingesetzt, können Aromaöle prinzipiell bei allen funktionellen Erkrankungen unterstützend wirken.
Besonders bewährt hat sich die Anwendung bei:

  • viralen und bakteriellen Infekten (Erkältungen, Husten, Bronchitis, Sinusitis)
  • Schmerzen (z.B. Muskelschmerzen, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Halsschmerzen)
  • Herz- und Kreislaufbeschwerden (z.B. niedriger oder zu hoher Blutdruck)
  • Magen-Darm-Beschwerden (z.B. Blähungen, Verstopfungen, Gastritis)
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates (z.B. Muskelverspannungen, Arthrose, Rheuma)
  • Depressionen, Ängsten, Schlafstörungen, Konzentrationsmangel, Erschöpfung

Bei der Aromatherapie müssen einige Kontraindikationen beachtet werden. So dürfen bestimmte ätherische Öle dürfen nicht in der Schwangerschaft oder bei Kindern angewendet werden. Einige Aromaöle können problematisch für Menschen mit Allergien, Asthma bronchiale, Epilepsie, erhöhtem oder zu niedrigen Blutdruck sein.
Da die meisten ätherischen Öle die Haut reizen, dürfen sie nur verdünnt auf die Haut aufgetragen werden. Außerdem ist zu beachten, dass einige Öle die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen.

Ohrakupunktur

Eine sehr effektive Behandlungsmethode für viele akute körperliche und psychische Beschwerden, Schmerzen, Ängste und auch Suchterkrankungen ist die Ohrakupunktur. Zugrunde liegt die Auffassung, dass sich der gesamte Körper im Ohr repräsentiert. Werden bestimmte Stellen am Ohr stimuliert, können Störungen in den entsprechenden Organen oder Körperteilen reflektorisch behandelt werden.

In der Regel wird die Ohrakupunktur nicht als Einzeltherapie eingesetzt, sondern je nach Indikation mit anderen Therapien kombiniert.

Die Ohrakupunktur wird im Liegen durchgeführt. Die zu behandelnden Punkte werden mit Hilfe eines Punktsuchers ermittelt. Pro Sitzung kommen dann ca. 1-5 sehr feine, sterile Einmal-Nadeln zu Einsatz, die ca. 1-2 mm tief in die Haut gestochen werden. Sie verbleiben ca. 20 Minuten im Ohr.

Bei sensiblen Patienten, Kindern oder Angst vor Nadeln gibt es nicht-invasive Alternative: Dabei werden die Akupunkturpunkte mittels spezieller Samenkügelchen behandelt. Diese werden mit einem Pflaster am Ohr befestigt und können dort mehrere Tage bleiben.

Die Anzahl der Behandlungen und die Abstände dazwischen sind variabel und richten sich nach Ihrem Beschwerdebild und weiteren individuellen Voraussetzungen. Man kann aber von ca. 1-2 Behandlungen pro Woche bis hin zu einer Behandlung / Monat über einen Zeitraum von mindestens 2 Wochen, meist länger, ausgehen.

Beim Einstich der Akupunkturnadeln können Sie einen leichten Schmerz spüren, manchmal auch während sich die Nadel im Ohr befindet. Die Intensität ist dabei individuell sehr unterschiedlich, meist beschreiben Patienten die Behandlung jedoch als gut tolerierbar.
Bei der Verwendung von Samenkügelchen ist nur ein leichter Druck spürbar, den Sie selbst durch gezieltes Drücken individuell verstärken können.
Nach der ersten Sitzung kann meist bereits eine deutliche Linderung der Beschwerden beobachtet werden.

Die Ohrakupunktur zeigt gute Erfolge bei:

  • akuten und chronischen Schmerzen (z.B. in der Wirbelsäule)
  • Suchterkrankungen (Z.B. wie Nikotin- und Alkoholabhängigkeit oder Ess-Sucht)
  • Gewichtsreduktion
  • Allergien
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. Bluthochdruck)
  • Atemwegserkrankungen (z.B. Sinusitis, Asthma bronchiale)
  • gastrointestinalen Erkrankungen (z.B. chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Gastritis)
  • Schlafstörungen, Ängsten, Stimmungstiefs

In folgenden Fällen werde ich keine Ohrakupunktur durchführen:

  • Entzündungen, Narben, Defekte am Ohr
  • schwerwiegende akute Erkrankungen
  • genetisch bedingte Erbkrankheiten
  • Schwangerschaft (nur nach sehr sorgfältiger Auswahl)
  • wenn Sie die Akupunktur grundsätzlich ablehnen oder Angst vor Nadeln haben

Klassische Massage

Bei der klassischen Massage werden Haut, Bindegewebe und Muskulatur mittels verschiedener Grifftechniken wie Kneten, Streichen, Rollen, Zirkeln, Vibrieren etc. behandelt. Dadurch verbessern sich die Durchblutung und der Lymphfluss im Gewebe. Die Zellen werden stärker mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Außerdem werden Stoffwechselprodukte, die zur Verhärtung des Muskels beitragen, besser abtransportiert. Verklebungen im Gewebe werden gelöst und die Elastizität von Haut und Bindegewebe wird verbessert. Die Muskulatur wird gelockert und gedehnt. All dies führt schließlich zu einer angenehmen Entspannung und Schmerzreduktion.

Doch nicht nur Ihr Körper profitiert von einer Massage. Durch die Berührung werden Endorphine ausgeschüttet, Sie können und dürfen sich entspannen, vom stressigen Alltag, Sorgen und Nöten abschalten und einfach „nur“ genießen.

Studien haben außerdem gezeigt, dass klassische Massagen die Abwehrkräfte steigern und Stresshormone reduzieren können.

Im Vorfeld besprechen wir ausführlich, welche Vorstellungen, Wünsche und Bedürfnisse Sie haben und ob eventuelle Kontraindikationen (s.u.) vorliegen.

Sie können wählen zwischen

  • Rückenmassage (Dauer ca. 30 Minuten)
  • Fußmassage (Dauer ca. 20 Minuten)
  • Ganzkörpermassage (Dauer ca. 60 Minuten)
  • individuelle Massage nach Absprache

 

 Zum Termin bringen Sie bitte möglichst 2 große Handtücher oder Laken mit.

Nach der Massage verlasse ich für ein paar Minuten den Raum, so dass Sie noch etwas liegen bleiben und in Ruhe nachspüren können.
Im Anschluss ist es ratsam, noch ein Glas Wasser oder Tee zu trinken.

Sie sollten zusätzlich zur vereinbarten Massagedauer noch ca. 20 Minuten Zeit einplanen.

Prinzipiell braucht eine Massage keine Indikation und keinen triftigen Grund. Sie kann und darf einfach der Entspannung dienen, schließlich ist ein entspannter Mensch ganz automatisch auch gesünder 😉
Darüber hinaus helfen Massagen besonders bei:

  • Verspannungen und Schmerzen der Rücken-, Schulter- und Nackenmuskulatur
  • Muskelhartspann (wulstartige Verhärtungen der Muskulatur, häufig im Rücken- oder Nackenbereich)
  • Myogelosen (tastbare knötchenförmige Verdickung innerhalb eines Muskels durch feinste verklebte Muskelfasern)
  • Stress
  • Schlafstörungen, Ängsten und Depressionen
  • chronischen Schmerzen
  • Nachbehandlung von Narben
  • Menschen, die im Rahmen ihres Berufs überwiegend am Schreibtisch sitzen, viel stehen müssen oder eintönige Bewegungen ausführen
  • Mütter und Väter, die ihre Kinder häufig tragen
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen
  • Menschen in fordernden oder belastenden Lebenssituationen
  • alle, die sich einfach etwas Gutes gönnen möchten

Unter folgenden Voraussetzungen werde ich Sie nicht oder nur nach Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt massieren:

  • akute Entzündungen, Verletzungen und Fieber
  • bestimmte Hauterkrankungen und offene Wunden
  • ausgeprägte Osteoporose
  • Krampfadern, Venenentzündungen, Thrombosen
  • frische Narben
  • in den ersten 3 Schwangerschaftsmonaten und bei Risikoschwangerschaften

Myofasziale Triggerpunkttherapie

Ein Triggerpunkt ist ein stark irritierter und druckschmerzhafter Bereich innerhalb eines Muskels (griech. myos = Muskel) oder einer Muskelfaszie. Bei Druck auf diesen Punkt strahlt der Schmerz in einem typischen Muster -teils auch in weit entfernte Körperbereiche – aus und führt zu Bewegungseinschränkungen und Kraftverlust. Daneben kann es u.a. auch zu ausstrahlenden muskulären Verspannungen und vegetativen Reaktionen (wie z.B. Schwitzen, Temperaturerhöhung, Tränenfluss, Gänsehaut) oder Gleichgewichtsstörungen und Schwindel kommen.

Triggerpunkte können u.a. durch muskuläre Fehl- oder Überbelastungen, Fehlhaltungen (z.B. beim Sitzen, bei der Arbeit oder im Schlaf), Traumata (Unfälle, Schläge, Stöße, ruckartigen Zug), Zahnfehlstellung, Unterkühlung, Erkrankung innerer Organe oder auch durch Stress entstehen.

Triggerpunkte können in jedem Muskel entstehen und sehr vielfältige Schmerzen und auch andere Symptome wie Taubheit und Muskelschwäche auslösen. Hier einige häufige Symptome:

  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Ischiasschmerzen
  • Schmerzen im Schulter/Nackenbereich
  • Steifer Hals
  • Taubheitsgefühle in den Fingern
  • Schwindel

Durch die myofasziale Triggerpunkttherapie können Schmerzen und andere durch Triggerpunkte ausgelöste Symptome sehr gut und gezielt behandelt werden. Dafür werden die Punkte zunächst genau identifiziert und lokalisiert und anschließend durch manuelle Kompression behandelt. Sie bestimmen dabei immer die Intensität des Druckes, so dass niemals über Ihre Schmerzgrenze behandelt wird. Es sollte immer noch aushaltbar sein. Es folgen weitere Griffe wie Streichungen und Dehnungen, um Faszienverklebungen zu lösen.

Begleitende Therapien:

Triggerpunkte können sehr gut begleitend z.B. mit Akupunktur, Massagen oder Grosstapes/Gittertapes behandelt werden.

Besonders wichtig ist es herauszufinden, wie Sie in Zukunft auslösende Faktoren (z.B. einseitige Belastung, Überlastung, Inaktivität oder Stress) vermeiden können. Außerdem zeige ich Ihnen Übungen für zu Hause, damit Sie selbst die behandelten Muskeln gezielt dehnen können. Dies sichert den langfristigen Erfolg der Therapie.

Bei folgenden Erkrankungen werde ich die Behandlung nicht oder nur nach sorgfältiger Abwägung und in Absprache mit dem behandelnden Arzt durchführen:

  • Osteoporose
  • Blutgerinnungsstörungen
  • Durchblutungsstörungen
  • maligne Tumore
  • akute Verletzungen der Muskeln
  • Knochenbrüche
  • noch nicht ausgeheilte Wunden
  • Hauterkrankungen /-verletzungen